MutGeschichte Nr. 12 am 12.05.2017 von Cathrina Maier – Ich habe nicht aufgegeben!

Als ich die Mut-Mach-Geschichten auf Facebook entdeckt habe, war mein erster Gedanke: Da musst du auch was schreiben! Nicht, weil ich mich so gerne vor anderen präsentiere, sondern, weil mir ein Thema sehr wichtig ist:

 

Vor ein paar Monaten war eine Zeit lang in Essstörungs-Foren unterwegs und der Tenor dort ging weitgehend in die Richtung „Wirklich gesund werden, das ist nicht mehr möglich“ und das bewegt mich jedes Mal sehr. Weil ich selber so war, selbst so gedacht hatte, total überzeugt war, dass man mit dem Stempel „essgestört“ für immer leben muss und es einem höchstens mal etwas besser gehen kann. Temporär, versteht sich.

 

Bei mir fing die ganze Sache in der Pubertät an. Mit 13 machte ich meine ersten Erfahrungen mit dem ‚Rückwärtsessen‘. Damals war es Neugier und ich empfand es als praktisch. Mit 14 saß ich zum ersten Mal in der Praxis einer Therapeutin. Mit 16 zum ersten Mal in einer Klinik, mit 18 erneut, immer freiwillig. Ich war damals noch überzeugt davon, dass man mir doch irgendwo den Weg zeigen musste, wie man gesund wird.

 

Mein Leben war ein ziemliches Auf und Ab ohne eine bestimmte Richtung und ohne große Ziele. Wie ich mein Abitur und meinen Uniabschluss geschafft habe, ist mir im Nachhinein manchmal ein Rätsel. Ok, sie waren auch nicht besonders gut Zwischenzeitlich, mittlerweile mit Mitte 20, startete ich meinen letzten Versuch und ging nochmal in eine Klinik.
Im Grunde ähnelten sich diese Therapien jedes Mal: es wird geredet, der Verstand nimmt faszinierende Informationen auf, warum man so ist, wie man ist, man malt, man übt essen und im Endeffekt sitzt man – und ich entschuldige mich für die Generalisierung – mit Menschen in einem Raum, die nicht wissen, wie man gesund wird und mit Menschen, die die Krankheiten nicht erfahren haben und mit Theorie aufwarten.
Zusammengefasst hatte ich also von 14-30 so ziemlich alles ausprobiert. Ich hatte gute Zeiten und Zeiten, in denen ich einfach nur gehen wollte, weil dieses ‚halbe Leben‘ zu schmerzhaft war, weil es unglaublich grausam ist, sich immer nur im Kreis zu bewegen und nicht vorwärts zu kommen, während einem die Menschen, die einem nahestehen, dabei zusehen.
Und etwas in mir hat trotzdem nicht aufgegeben.

Anfang 30 besuchte ich Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung. Das hat damals keiner verstanden. Die Anmeldung war für mich der erste Schritt, selbst zu entscheiden, was ich tun möchte. Mich gegen den Widerstand aus Freundeskreis und Familie in meine eigene Richtung zu bewegen, erforderte Mut. Und der Lohn dafür war, zu begreifen, dass ich es in der Hand habe, wohin mein Leben gehen soll und ich nicht auf Ärzte, Psychologen oder andere Menschen und deren Meinungen angewiesen bin, bzw., dass es nicht deren Aufgabe ist, mir zu helfen. Und danach war die Krankheit endlich Geschichte.
Der Gedanke, der mich so bewegt hat, als ich die Mut-Mach-Geschichten sah war: auch wenn es für jede/n Betroffene/n anders verläuft: ich möchte euch Hoffnung schenken.
Wenn euch ein Psychologe sagen sollte, dass eure Heilungschancen bei nur 50% stehen (ja, solche Worte fallen in Klinken), hinterfragt das. Nur weil es keinen geradlinigen Weg und keine Pauschallösung zum Ziel gibt, heißt das nicht, dass man auf einem Punkt des Weges aufgeben und sich seinem Schicksal ergeben muss. Schmeißt den Stempel weg und fragt euch lieber, wo ihr hin möchtet!

 

Und wenn ich es mit einem Kopf voller ‚ich weiß nicht wohin‘ zur Selbständigkeit und bald auch zur Firmengründung geschafft habe, dann gibt es für zigtausend andere wirklich Hoffnung.

 

Cathrina Maier

 

Folge dem Link um die längere Version meiner Geschichte zu lesen:

 

Nachfolgend meine Unternehmerseite:

 

 

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